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Bücher


Verfasst am: 16. 10. 2009 [10:31]
florian
toller Hecht der viel postet...
Themenersteller
Dabei seit: 15.05.2009
Beiträge: 265
Wenn es zu kalt wird, um draußen rumzuspringen, wird es Zeit für richtig lange Bücher. Romanzyklen sind meist Schrott und vor allem ein Versuch von Verlegern, Lesern ein Abo anzudrehen, aber es gibt ein paar sehr gute. Bitte ergänzen, hier nur einige Vorschläge:

MARCEL PROUST: AUF DER SUCHE NACH DER VERLORENEN ZEIT (Prosalyrik/Satire/Liebesroman, um 1920).
Der Klassiker: Ein namenloser kranker Mann kann nicht schlafen und erinnert sich viele tausend Seiten lang an malerische Dörfer, Badeorte und das Hickhack unter Künstlerpack im Paris um 1900. Hauptthemen: Gemeinheiten unter Menschen, erotische Obsessionen, unerwiderte Liebe und Kunst. Der Versuch,alle Gefühle auf den Punkt zu bringen (bis auf die Homosexualität des Autors). Schwer zu lesen und versnobt, aber viel spannender und handlungsreicher als sein Ruf. Voller witziger Charakerportraits, sinnlich ausgemalter Eindrücke und Beobachtungen, die die Augen öffnen, alles in einer Atmosphäre von Wehmut und schönem Verfall. Ideal vorm Einschlafen. Schon der Hammer.

T. H. WHITE: DER KÖNIG AUF CAMELOT UND DAS BUCH MERLIN
(Fantasy, um 1935)
Die Geschichte von König Artus, ironisch und melancholisch nacherzählt. Mit bösem Blick und schwelgerischen Naturbeschreibungen. Hat nichts zu tun mit neueren Schinken. Sehr klug und am Schluss entsetzlich traurig.

(Forsetzung folgt gleich)

 
Verfasst am: 16. 10. 2009 [10:57]
florian
toller Hecht der viel postet...
Themenersteller
Dabei seit: 15.05.2009
Beiträge: 265
J.R.R. TOLKIEN: DER HERR DER RINGE (Fantasy, um 1940):
Nette Typen rennen durch den Wald. Ich komme nie weiter als Band 2. Will nicht mal ein Fan etwas dazu schreiben?

URSULA K. LE GUIN: DIE CHRONIKEN VOM ERDSEE (Fantasy, um 1960?):
Fantasy ohne Kitsch und ohne alte Sprachen, dafür herber und geheimnisvoller: Zauberer kämpfen um ein fremdartiges Land (was sonst?). Sehr schön zu lesen, großer Atem mit einfacher Sprache. Le Guins clevere Einzelromane über bspw. Anarchistenplaneten oder Gesellschaften ohne Geschlechter sind viel interessanter, aber zum Teil sehr verkopft (und es gibt noch einen zweiten Romanzyklus von ihr, aber jetzt nicht).

JAMES ELLROY: (Heimlich)/Die schwarze Dahlie/Blutschatten/Stadt der Teufel - L. A. Confidental/ White Jazz
Los Angeles in den 40ern und 50ern: 3 Meter große und 2 Meter breite besessene Polizisten mit IQs von mindestens 200 klären in der Wirklichkeit unaufgeklärte Verbrechen. Dabei stolpern alle über Frauen mit einem Bein in der Prostitution und über den gleichen diaobischen Vorgesetzten, der mit dem organisierten Verbrechen Geschäfte macht. Völlig jenseits von allem: unfassbar verwickelt, unfassbar brutal, eine schamlose Vermengung von Realität und Fiktion (Walt Disneys unehelicher Sohn ist unter dem künstlichen Berg in Disneyland verscharrt), ideologisch extrem fragwürdig (das ist geschmeichelt), brillant und voller wirklich wahnsinniger Szenen, die einen nicht mehr loslassen. Als Gegengewicht unbedingt einen Schlumpfcomic, ein feministisches Manifest und eine langweilige Tageszeitung bereit halten. Hilfreiche Ergänzung: Ellroys Autobiographie: DIE ROTHAARIGE - AUF DER SUCHE NACH DEM MÖRDER MEINER MUTTER. Früher trotz allem eine Lieblingslektüre von mir, heute ertrage ich kaum eine Seite davon. Die Verfilmungen von Einzelbänden sind im Vergleich Kinderprogramm.

THAD WILLIAMS: OTHERLAND (ca 1995, Fantasy/ Science Fiction)
Eine virtuelle Welt wird zur Bedrohung und möglichen Erlösung für eine schlechte Zukunft. Ich habe nach dem ersten Band aufgegeben, aber kenne Leute, die darauf schwören.

HENNING MANKELL: DIE WALLANDER ROMANE (Thriller, ca. 1990)
Ein schlecht gelaunter schwedischer Komissar, früher links, heute nur noch genervt, jagt sadistische Serienverbrecher und muss dauernd pissen. Dann übernimmt seine Tochter. Ich mag es nicht. Verteidiger?

IAN RANKIN: DIE REBUS - ROMANE (Krimi, ca. 1990)
Ein guter, ehrlicher Bulle (raucht, trinkt, hört alten Rock, ist jähzornig und immer schlecht gelaunt) kämpft gegen das Verbrechen in Edinburgh und gegen einen skrupellosen Nachtclubbesitzer. Tolle Plots, aber lieblos geschrieben.

Soweit erstmal von mir. Vielleicht später mehr, ansonsten noch einmal: Ergänzungen sehr willkommen.
 



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