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Flashmob mal so richtig? Politisch oder Spaß?


Verfasst am: 22. 09. 2009 [09:03]
bjoern
Björn
Phrasendrescher
Dabei seit: 10.05.2009
Beiträge: 803
hm, nicht schlecht...

Einen sehr schönen Kommentar zu der ganzen Sache habe ich beim Mainz-Video gelesen:

"Naja, das als politischen Protest zu bezeichnen finde ich doch etwas übertrieben. Für mich ist es ein ironischer Kommentar zum aktuellen Wahlkampf. Ein sehr gelungener zwar, aber eben doch nicht mehr."

Würde ich ausnahmslos unterstreichen!

"Kunst ist schön, macht aber viel Arbeit."
(Karl Valentin)
 
Verfasst am: 22. 09. 2009 [10:52]
latschlawatsch
Marcel
toller Hecht der viel postet...
Themenersteller
Dabei seit: 01.04.2009
Beiträge: 217
dem kann ich mich auch nur anschliessen - auch wenn ich gerne mehr darin sehen würde. Leider beschränkt es sich wohl doch auf ein reines Hinterherlaufen einer Idee die sich verselbstständigt hat...
 
Verfasst am: 22. 09. 2009 [12:07]
niko
niko
toller Hecht der viel postet...
Dabei seit: 17.05.2009
Beiträge: 310
Meine rede von gestern.. Jenny war auch dort.. icon_wink.gif

Wer verantwortlich dafür ist, ob sich Politikier so darstellen sollen müssen, obs es ein Vorhalten des Spiegels ist, keine Ahnung. Irgendwie lustig, aber gut finde ich s nicht, alles in allem ..

http://www.sloganizer.net/bild,kultur,weiss,orange.png
 
Verfasst am: 22. 09. 2009 [13:42]
sven
toller Hecht der viel postet...
Dabei seit: 07.05.2009
Beiträge: 375
sehr zweischneidig die angelegenheit.
auf der einen seite schön das sich junge leute noch für irgendwas motivieren können,aber sehr schade das es als reine spassveranstaltung durchgeht ohne jeglichen politischen hintergrund.
und das dauernde "yeah" rufen ist zwar störend,tut aber keinem weh.kohl haben sie immerhin noch tomaten an die dicke birne gefeuert.
 
Verfasst am: 22. 09. 2009 [13:57]
latschlawatsch
Marcel
toller Hecht der viel postet...
Themenersteller
Dabei seit: 01.04.2009
Beiträge: 217
die Tomaten können sich die armen Studenten ja nicht mehr leisten icon_wink.gif
 
Verfasst am: 24. 09. 2009 [12:01]
bjoern
Björn
Phrasendrescher
Dabei seit: 10.05.2009
Beiträge: 803
Die Geschichte hat es nun sogar in die Tagesthemen geschafft (Video siehe spreeblick). Das Interessanteste finde ich den Kommentar von Thomas Hinrichs, BR, sowie die Kommentare der spreeblick-User!

"Kunst ist schön, macht aber viel Arbeit."
(Karl Valentin)
 
Verfasst am: 24. 09. 2009 [12:32]
latschlawatsch
Marcel
toller Hecht der viel postet...
Themenersteller
Dabei seit: 01.04.2009
Beiträge: 217
Mein persönliches Destillat:

Yeaahh hatte keine konkrete Aussage.
Die Tatsache, dass dann doch so viele Leute hingehen und eine politische Veranstaltung - ich nenne es mal wertneutral - "mitgestalten" allerdings hat schon eine Bedeutung und ist es meines Erachtens auch Wert analysiert zu werden.

Ist das evtl. auch ein Teil des heutzutage viel vermissten Generationen Konflikts?
Sollte Merkel nicht anders damit umgehen um zu zeigen, dass sie auch den Kontakt zu den jungen Wählern hat?
Merkel war im übrigen als einzige/r Spitzen-Kandidat/in nicht bei "erst Fragen, dann Wählen" (Initiative von Zeit-online, der VZ Gruppe und ARD zugeschnitten auf Jungwähler, die ihre Fragen teilweise Live und Interaktiv übers Internet stellen konnten) - Warum? Steht das evtl. auch im Zusammenhang oder ist es dann doch so unpolitisch, dass das den Teilnehmern des Flashmobs gar nicht auffällt?

Kurz - weiter so. Und wenns nur dazu führt, dass die Politik um solche Aktionen zu vermeiden auf politische Bildung setzt, wäre schon viel gewonnen icon_wink.gif
 
Verfasst am: 24. 09. 2009 [16:37]
florian
toller Hecht der viel postet...
Dabei seit: 15.05.2009
Beiträge: 265
Lieber latschlawatsch, ich habe ja eigentlich den Vorsatz, nie, nie wieder mit dir über Politik zu diskutieren, aber:
Flashmobs - klar, sind eine aufregende Sache.
Merkel- denkt da erstmal nicht drüber nach, vermute ich. Verglichen mit dem, was sie alleine in der CDU durchgestanden hat, ist das gar nichts.
Generationenkonflikt- meiner Meinung nach schon seit Jahren im vollen Gange.

Das Problem ist Politik ohne Politik. Und die betreiben unsere Flashmobber. Es ist natürlich nicht gut, dass Merkel nicht bei "Erst fragen, dann wählen" geantwortet hat, und ich bin sowieso absolut kein Fan, aber dass solche Aktionen so inhaltsleer sind, kann man ihr nun wirklich nicht vorwerfen. Man kann ihr viel vorwerfen, aber das tun die Flashmobber nicht. Die haben meiner Meinung nach keine Ahnung, für was Merkel bei so etwas stehen soll, und für was sie selber. Und wenn sie daraus nicht so einen dumpfen, selbstgerechten Style machen würden, sondern das witzig zum Thema machen, könnte selbst das was sein. Aber so: je nun.
 
Verfasst am: 24. 09. 2009 [20:50]
bjoern
Björn
Phrasendrescher
Dabei seit: 10.05.2009
Beiträge: 803
Ne, so einfach ist das leider nicht, Florian.

Johnny von Spreeblick hat in seinem Twitter-Account noch einen sehr guten Kommentar hinterlassen:
"Wirklich: Was muss man tun, um irgendeine Reaktion der Kanzlerin zu erwirken? Petitionen? Nix. Artikel? Nix. Yeaahh rufen: Strike."

Das trifft den Nagel schon ziemlich genau auf den Punkt, finde ich. Die Web-Szene, die Blogosphäre, die Twitterianer Deutschlands sind nicht so unpolitisch, wie du unterstellst. Sie waren maßgeblich am Erfolg der Online-Petition gegen Netzsperren beteiligt, die mit 130.000 (!) Unterzeichnern die bislang erfolgreichste Online-Petition ist. Nur, was hat diese Petition bewirkt? Eigentlich nichts.
Auch sonst werden, wenn man Spreeblick & co. verfolgt, viele politische Themen behandelt, wenn auch nicht immer mit der Ernsthaftigkeit einer Zeit, FAZ oder Tagesschau. Aber unpolitisch ist diese Szene nun wirklich nicht!

In diesem Fall ist es einfach eine (zugegebenermaßen recht alberne) Gaga-Aktion: Der Wahlkampf ist langweilig, der Wahlkampf ist inhaltsarm, und wenn Herr Steinmeier oder Frau Merkel irgendwo auftreten, dann hüpft garantiert niemand vor Begeisterung im Dreieck. Das Emotionalisierungspotential dieses Wahlkampfes ist verschwindend gering, und genau davon lebt der "Yeah"-Gag. Kein Mensch würde freiwillig "Yeah" schreien, wie das bei anderswo der Fall war (das US-Beispiel ist mittlerweile wirklich überstrapaziert...). Genau das wurde zum Auslöser dieser Flashmobs: Irgendjemand hat auf ein "Merkel kommt"-Plakat den trockenen Kommentar "und alle so: yeaahh!" hinterlassen, und schwups kam die Lawine ins Rollen.

So etwas ist durchaus politisch, finde ich. Es ist albern, es ist inhaltslos und durchaus auch dumpf, aber all das trifft auch auf die Wahlkampf-Aktivitäten der Politikerklasse zu, insofern ist der politische Bezug nicht von der Hand zu weisen. Auch wenn es natürlich, und da gebe ich Florian recht, Klamauk ist. Aber es geht hier nicht um neue Ideen, nicht um inhaltliche Entwürfe, sondern bloß um einen ironischen Kommentar zum aktuellen Geschehen. That´s it.

"Kunst ist schön, macht aber viel Arbeit."
(Karl Valentin)
 
Verfasst am: 24. 09. 2009 [21:12]
florian
toller Hecht der viel postet...
Dabei seit: 15.05.2009
Beiträge: 265
Lieber Björn, du musst dir doch die konkrete Aktion anschauen, oder ? Was haben die Leute gemacbht? "Yeah" gerufen. Was hatte das für einen Inhalt? Erstmal keinen. Wie hat die Kanzlerin darauf reagiert? Gar nicht. Was für ein politisches Anliegen oder welcher Gedanke wurde dadurch gefördert? Keines und keiner.
Jetzt rechne das doch bitte nicht gegen eine ganze Internetszene auf.
Wenn es um die geht, die halte ich allerdings nicht für sonderlich politisch, das ist bisher reine Interessensvertretung wie die Autofahrerpartei. Ist es schon politisch, wenn ein fanatischer Autofahrer sich gegen ein Tempolimit ausspricht und sich weigert, über das große Ganze nachzudenken, denn er will ja einfach nur Autofahren, wie es ihm der liebe Gott versprochen hat? Zeig mir in Deutschland etwas anderes, was aus dieser Netzszene kommt als die ständige kryptoreligiöse Beschäftigung mit dem heiligen Geist der freien Information, die uns alle erlösen wird, wenn wir nur eine Chance geben. Deswegen müssen ja auch die PIRATEN nicht den Mumm und nicht das Köpfchen für irgend eine politische Position, das hirnverbrannte Herumschlendern am äußersten rechten Rand der letzten Wochen nehme ich mal zu ihren Gunsten nicht ernst, aufbringen. Sie wollen ja nie politisch sein, sie wollten ja nur als Partei zur Bundestagswahl zugelassen werden. Und die freie Information, die den großen Vorteil hat, dass sie nie jemand gesehen hat und sich keine zwei Internetaktivisten auf ihre irgendwo im Himmel herumschwebende Gestalt einigen können, wird es schon richten.
Ich kann es völlig verstehen, wenn jemand keine Lust hat, sich mit Politik zu beschäftigen. Macht ja auch meistens keinen Spaß, sind schrecklich komplizierte Themen. Ich kann jeden verstehen, der zu feige ist, sich zu einer politischen Position zu bekennen. Doch dann soll er es doch gut sein lassen und nicht ohne Inhalt all das aufahren, was er den blöden Politikern vorwirft: Inhaltsleere, Populismus, geistlose PR - Aktionen und reine, arrogante Lobbypolitik.
Vielleicht bin ich da ein Sensibelchen, aber die Vorliebe der Internetszene, erst recht wenn wir die jüngsten Flashmobs dazunehmen, wie du es wünschst (was ich bisher nicht getan habe) für Mobbing, Denunziation, Niederbrüllen und Machtdemonstrationen riecht für mich nach Scheiße.
Jetzt bin ich gegen Flashmobs.
 



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