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Thema ohne neue Antworten

Wahlen


Verfasst am: 06. 09. 2009 [13:05]
florian
toller Hecht der viel postet...
Themenersteller
Dabei seit: 15.05.2009
Beiträge: 265
Hi, wir haben intern einen mühsam erstrittenen Konsens, uns nicht politisch zu verstehen (wir wählen einfach alle CSU, also gibt es da auch gar keine Probleme). Trotzdem sind nun aber in drei Wochen Wahlen, und ausnahmslos alle sind davon genervt. Darum ein paar sehr persönliche Statements, auf die hoffentlich auch jemand mit seinen Eindrücken antwortet.

Grösste Sympathie: DIE VIOLETTEN. Was machen die eigentlich? Sie wollen sich für "Spiritualität" einsetzen und für ein bedingunsloses Grundeinkommen. Sie erklären nie, ob sie darunter Zen -Buddhismus, Gespräche mit toten Tanten oder gemeinsames Summen von alten Kirchenliedern im Morgengrauen verstehen. Sie erklären auch nie, wie sie sich das bedingunslose Grundeinkommen im Detail vorstellen. Sie erklären überhaupt nichts. Sie lächeln so positiv, dass sie todsicher die Gänsehaut hervorrufen, die sie nicht hervorrufen wollen. Ich werde sie nicht wählen, aber ich freue mich, dass es sie gibt.

GRÖSSTE ANTIPATHIE: DIE PIRATENPARTEI. Sehr beliebt in unseren Kreisen. Ist mir völlig unbegreiflich. Bürgerrechte wichtiges Thema, aber ein Bürgerrecht auf Raubkopien und Quatschmachen im Netz leuchtet mir kein Stück ein. Und zur freien Information: Der Raumplan des Pentagon o.ä. wird niemals im Netz stehen.

GRÖSSTE VERWIRRUNG: DAS INTERESSE AN SCHLÄMMER. Da ist jemand noch hässlicher und beschränkter als echte Politiker. Was soll`s ?

GRÖSSTE AMBIVALENZ: SONNEBORN UND DIE PARTEI. Guter Satiriker und großartig, dass er bald bei uns liest. Aber als Wahlkampfphänomen? Da ist jemand noch distanzierter und in seinen Aussagen bizarrer als echte Politiker. Was soll`s?

Die Wahlen sind wichtig, und es geht um brisante Themen. Da wird jeder mit der Nase darauf gestoßen, ob er will oder nicht, darum jetzt nichts dazu. Geht wählen. Äußert Euch, wenn Ihr wollt, hier, und wir moderieren das so verantwortungsvoll, wie es in unserer Macht steht.
 
Verfasst am: 06. 09. 2009 [17:33]
niko
niko
toller Hecht der viel postet...
Dabei seit: 17.05.2009
Beiträge: 310
Also ich geh tapfer wählen. Wie immer. Dabei bin ich ein prinzipiell an vielem nicht uninteressierter Mensch. Von Politik hab ich aber zugegebenermaßen sowas von keine Ahnung, das ist vielleicht mit dem kleinen einmaleins vergleichbar.

Da oute ich mich einfach mal..

Aber: warum ist das denn so?

Ich glaube, das ist die Frage- und ich nur die Konsequenz...


Und bei sinkenden Wählerzahlen hinkt die Statistik bestimmt auch wieder über die Klassenschlucht. Einen Wählertest fände ich gut. Die Leute, die wählen gehen zu fragen, ob sie überhaupt wissen, wen und was und warum..

-hm-

Bin für Bürgerbegehren, Bürgerentscheide, offene Diskussionsforen (ist ja auch Politik, nur keine Mauschelei) und andere gute Ideen- wenn man sich die
Stimme erst jahrelang erkämpfen muss, ist die Motivation gering. Und warum sollte ich mich dann informieren, wenn der direkte Bezug fehlt, fühlbare Effekte und dazu noch das Vertrauen? Nicht, dass ich kein Vertrauen hätte, ich hab gar nix icon_smile.gif

http://www.sloganizer.net/bild,kultur,weiss,orange.png
 
Verfasst am: 07. 09. 2009 [11:54]
latschlawatsch
Marcel
toller Hecht der viel postet...
Dabei seit: 01.04.2009
Beiträge: 217
Um eins vorweg zu nehmen:
Wer darf und nicht wählen geht bekommt bei unseren Veranstaltungen Hausverbot!

Ich muss gestehen, ich hab keine Ahnung, wo ich mein Kreuzchen machen soll. Das liegt einerseits daran, dass man im min. 5 Parteien System keine Koalition ausschliessen kann und so mit grün ggf. auch schwarz wählen könnte und andererseits daran, dass diese Lagerpolitik nicht die realen Ziele widerspiegeln kann und soll.
So kommt es, dass die FDP mehr Übereinstimmung mit den Grünen hat als mit der CDU hat. Soviel zu dem Neo-Liberalen, unsozialen Schreckgespenst "Schwarz-gelb" - wer da wohl das Schreckgespenst ist?
Viele Übereinstimmungen mit den Grünen haben im übrigen auch die so polarisierende Piraten Partei. Und um für die mal hier eine Lanze zu brechen - da will keiner den Urheber entmachten - im Gegenteil. Hier geht es um privat Kopien, um Bildungsrelevante Werke und natürlich und vor allem um die schützenswerte und leider total verwahrloste Privatsphäre, die vor allem unter Schäuble aber auch unter Schily (mit Unterstützung der Grünen) ganz schön gelitten hat.
Das die Grünen mittlerweile anders denken ist auch der Piraten Partei zu verdanken.

Was die CDU/CSU da mal wieder macht ist auch Klasse: "Wir sagen einfach nix, dann können wir auch nix falsches sagen" - Tolles Konzept - wird leider aufgehen icon_frown.gif Mehr gibts dank fehlender Inhalte dazu wohl auch nicht zu sagen.

Bleibt noch das 2te große Horrorszenario: "rot-rot(-grün)":
Die "linken Socken" wahlweise auch "Kommunisten" können und werden wie alle anderen auch ihre Wahlversprechen nicht einlösen. Das bedeutet auch - kein Nato ausstieg mit "Links" - kein Faulenzer Paradies und auch keine Mittelstandstötung. Oskar mag zwar ein Polemiker sein, aber ganz dumm ist auch er nicht.

Der Wähler will halt belogen werden, ich sage nur "keine MwSt-Erhöhung mit der SPD" (2005) oder "die Renten sind sicher" (Norbert Blüm CDU - 1986).
Und so lange das zieht und der Wähler die Polemik frisst, wird es auch so weiter gehen, dass Parteien ein Profil erzeugen, dass sie politisch nicht umsetzen können und somit eigentlich austauschbar sind.

Wie Björn schon sagt, die Satiriker sind genau aus diesem Grund so erfolgreich. Bleibt nur zu hoffen, dass es die (Satire-)Kunst mal wieder schafft in der realen Politik Veränderungen zu provozieren.


Letztlich werden Gesetze zwar in Berlin gemacht, die Richtlinien dazu kommen aber aus Brüssel. Und solange das die Leute nicht begreifen und bei der EU-Parlamentswahl ne Wahlbeteiligung von knapp über 40% herrscht ist die Demokratie ihres Sinns beraubt.


 
Verfasst am: 07. 09. 2009 [12:21]
florian
toller Hecht der viel postet...
Themenersteller
Dabei seit: 15.05.2009
Beiträge: 265
Okay, wir haben eine Diskussion.
Vorneweg, ich will das hier nicht verlinken, weil ich dafür zu unbegabt bin, bzw. die Seite auch an sich nicht so schlecht ist: Auf
Spiegel Online gibt`s den "Wahl-o-mat" und den "Abgeordnetencheck".
Beim "Wahl-o-mat" werden 38 Thesen hingesetzt, und du stimmst zu oder nicht oder enthältst dich, und anschließend kannst du schauen, mit welchen Parteiprogrammen das übereinstimmt.
Beim "Abgeordneten - check" sind das viel weniger Thesen, dafür kannst du konkret schauen, wie weit du mit möglichen Erststimmen - Empfängern übereinstimmst. Nachteil: es sind nicht alle mit ihren Ansichten im Netz.
Beide Dinger sind sehr schick und machen Spass, aber die Frage bleibt natürlich, wie sich die Parteien/Leute dann konkret für dies oder gegen das einsetzen, und ob man allgemeine Richtungen immer an aus dem Zusammenhang gerissenen Einzelfragen festmachen kann.

Ich stimme absolut nicht mit dem geschätzten latschlawatsch überein und sehe irgendwie nirgendwo "Faulenzer" oder dass die derzeit ein brennendes Problem wären, selbst, wenn es die irgendwo geben sollte (und zur PIRATENPARTEI später doch noch mal ein, zwei Sätze - ich HABE mich mit ihren diversen Stellungnahmen beschäftigt). Aber ich halte mich hier zurück und hoffe auf weitere Beiträge.

Hier die allgemeine Seite von SPIEGEL - ONLINE.
 
Verfasst am: 07. 09. 2009 [14:59]
latschlawatsch
Marcel
toller Hecht der viel postet...
Dabei seit: 01.04.2009
Beiträge: 217
Ich habe in meinem Text keine Wertung zu den Parteien angestrebt, sondern lediglich in den Medien diskutierte Ängste wiedergegeben.
Das gilt insbesondere für die Faulenzer - diese Aussage kommt aus dem "schwarz-gelben" Lager.
 
Verfasst am: 07. 09. 2009 [16:23]
florian
toller Hecht der viel postet...
Themenersteller
Dabei seit: 15.05.2009
Beiträge: 265
Entschuldige, sowas ist trickreich.
Aber ich lösche jetzt meine Sätze nicht, sonst entsteht allgemeines Chaos.

 
Verfasst am: 07. 09. 2009 [19:10]
bjoern
Björn
Phrasendrescher
Dabei seit: 10.05.2009
Beiträge: 803
Ich möchte mich jetzt hier auch nicht großartig über meine politischen Ideale auslassen, da das wohl den Rahmen sprengen würde, aber ein paar Sätze:

Politik an sich ist derzeit zweifellos relativ unspannend und unsexy. Die Parteien, v.a. die der großen Koalition, verhalten sich derart lustlos (im politischen Alltag wie auch im Wahlkampf), dass auch dem Wähler jegliche Lust vergehen muss. Dennoch muss es ja irgendwie weitergehen, es kann fast nur besser werden, insofern kann man auf eine halbwegs anständige Wahlbeteiligung nur hoffen bzw. versuchen, darauf hinzuwirken!

Die Parteien sind z.T. aber, wie bereits gesagt, selbst schon eher eine Polit-Karikatur als eine politische Größe, so dass die Karikatur eben auf reinen Dadaismus (wie Horst Schlämmer) setzen muss oder die Karikatur gründlich überziehen muss, selbst ins Politische hineindringen muss (wie Sonneborn und Die Partei das tun - ob man das für gut befindet sei jedem selbst überlassen). Anders wird man als Satire ja nicht mehr wahrgenommen, wenn man gegen derart lasche "Gegner" antritt. Ich habe neulich einen Steinmeier- und einen Merkel-Wahlwerbespot gesehen, und beide waren zum Gruseln. Die Oppositionsparteien schlagen sich da besser, wirklich gut inszeniert sich (das muss man leider so sagen) die NPD, die am Wochenende z.B. die komplette Mainzer Straße mit ihrer braunen Sauce (= rote Plakate) überzogen hat. Ein Jammer!

Die Wahl wird also mal wieder eine Herausforderung und man kann nur hoffen, dass viele Leute wählen gehen und das am Ende "die Mehrheit entscheide" - auch wenn, wie Marcel richtig geschrieben hat, die Stimme für eine Partei wohl kaum über das Zustandekommen der Regierung entscheiden kann. Vermutlich wird es eine 3er-Koalition geben, tippe ich jetzt einfach mal - welche das sein wird muss man sehen!


PS, Florian, noch ein Satz zur Piratenpartei: Ich werde sie zwar nicht wählen, weil mir das derzeit zu viel Netz-Hype um eine eigentlich viel zu wichtige Sache ist, aber ich finde ihre Ziele prinzipiell nicht falsch. Sie schreiben ja z.B. zum Thema Urheberrecht:
"Wir erkennen die Persönlichkeitsrechte der Urheber an ihrem Werk in vollem Umfang an. Die heutige Regelung der Verwertungsrechte wird einem fairen Ausgleich zwischen den berechtigten wirtschaftlichen Interessen der Urheber und dem öffentlichen Interesse an Zugang zu Wissen und Kultur jedoch nicht gerecht."
Das richtet sich in erster Linie an Universitäten und Wissenschaftsverlage, hier gibt es ein Problem (siehe Open-Access-Bewegung), also finde ich die Forderung berechtigt! Allerdings fehlen mir konkrete Lösungsvorschläge, die bieten die Piraten ja nicht immer...

"Kunst ist schön, macht aber viel Arbeit."
(Karl Valentin)
 
Verfasst am: 07. 09. 2009 [23:35]
florian
toller Hecht der viel postet...
Themenersteller
Dabei seit: 15.05.2009
Beiträge: 265
Ich schaue keine politischen Sendungen im Fernsehen (das Fernsehen ist dazu da, Filme und Serien aufzunehmen), also kommt mir der Wahlkampf überhaupt nicht so realsatirisch/inhaltsleer/karikaturenhaft vor, und wenn ich Sonneborn oder Schlämmer in einer Vorschau im Kino sehe, trifft`s bei mir nicht so viel. Ich will nicht klingen wie mein eigener Großvater (der hat übrigens den ganzen Tag vorm Fernseher gesessen), aber kann es sein, dass die Politik spannender und sexier wirkt, wenn man sich die Talkshows schenkt und sich anderweitig informiert?

Hier zum Beispiel ein Link zu einer PIRATEN-hörigen, ziemlich nerdigen, aber sehr guten Internet-Zeitschrift, die manchmal sehr packend über Politik schreibt (und mich trotzdem kein Stück vom "Änderhaken" überzeugt).
 



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